CONSUME SOCIETY – CONSUMED SOCIETY
(KONSUMGESELLSCHAFT – KONSUMIERTE GESELLSCHAFT)
Wir befinden uns in einer 3,4 Millionen-Metropole, Berlin. Eine Gesellschaft mit einer Hülle
und Fülle an Kultur und Geschichte und auch ein Knotenpunkt der Medien, Politik,
Wirtschaft und vor allem der Kunst, Kultur und den Menschen aus aller Welt.
Metropolen sind meist von dieser Vielfalt gesegnet aber diese Vielfalt, um das Leben des
modernen Menschen bequem zu gestalten, hat als Begleiterscheinung, die logische Folgerung:
Konsum. Unter Konsum wird in der Volkswirtschaftslehre der Erwerb oder Verbrauch von
Waren (Langenscheidts) zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse verstanden. Diese
Bedürfnisse, die durch den Konsum gestillt werden sollen, reichen von den
Grundbedürfnissen nach Maslow: [1) körperliche Grundbedürfnisse z.B Atmung und Essen;
2)Sicherheit z.B. Unterkunft und Gesundheit; 3)Soziale Beziehungen z.B. Freundeskreis und
Liebe] (A.H. Maslov, A Theory of Human Motivation, Psychological Review 50 (1943):370-
96.) bis zum Luxus [Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche über das
übliche Maß hinausgehen, die für einen großen Teil einer Bezugsgruppe zwar erstrebenswert
sind, aber nicht erreichbar]. Natürlich funktioniert Konsum gemäß den wirtschaftlichen
Prinzipien der „Nachfrage und Angebot“, was als Motor jeder Gesellschaft heutzutage gilt.
Dass Konsum oft eine negative Conotation hat, liegt nicht nur an der Tendenz des
übersteigerten Konsumverhaltens unserer Gesellschaft (Pier Paolo Pasolini (1975),
Freibeuterschriften. Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft,
Berlin 1975) sondern auch an der Gefahr selbst von Konsum konsumiert zu werden. Dieses
Phänomen wird bei den Konsumkritikern als „Affluenza“ (Influenza + Affluence) bezeichnet,
eine Art Überflusskrankheit mit Symptomen wie Schulden, Unmengen an Müll,
Angstzuständen, Gefühlen der Entfremdung und Verzweiflung, Abhängigkeit oder auch
Bolemie etc. Ferner funktioniert Konsum auch nach dem Prinzip des Ausbeutens, z.B. wenn
einer auf Kosten eines anderen konsumiert (z.B. Diebstahl oder politischer Mißbrauch).
Trotzdem leben wir in einer Zeit, in der Konsum unabdingbar ist, da wir einen fast
unersättlichen Hunger nach Mode, Fernsehen, Kunst, Großraum, Macht, Stolz, Ruf, Geld,
Einfluß, Liebe etc. haben und so mehr oder weniger vom Konsum konsumiert worden sind.
So kann Konsum als eine Art nicht-demokratisches Phänomen, das uns regiert, beschrieben
werden.
Diese Ausstellung lädt zehn internationale Künstler mit verschiedenen Schwerpunkten
(Malerei, Photographie, Installation, Perfomance) ein, ihre Eindrücke zu dem Thema
„Consume society – consumed society“ darzustellen.
Das Vorhaben der Ausstellung ist nicht eine Bühne zur Kritik des Konsums anzubieten
sondern ein Podium zu offerieren, auf dem Künstler und „Nicht-Künstler“ sich mit dem
Thema Konsum auseinandersetzen können und über „Konsum“ und „konsumiert werden“ als
zwei Seiten derselben Münze nachdenken können.
Eingeladen sind folgende Künstler:




